Psychiatrie

Ergotherapie in der Psychiatrie wird eingesetzt, um Menschen in und nach psychischen Krisen zu helfen, durch sinnvolle und bedeutsame Betätigung zu größtmöglicher gesellschaftlicher Teilhabe (zurück) zu finden.

Was ist Psychiatrie?

Die Psychiatrie beschäftigt sich mit der Prävention, Diagnostik und Therapie psychischer Krankheiten. Psychische Erkrankungen können Menschen jeden Alters betreffen.

Die Psychiatrie teilt sich in unterschiedliche Fachdisziplinen auf:
  • Die Allgemeinpsychiatrie beschäftigt sich mit Störungen und Erkrankungen des Erwachsenenalters. Die Akutpsychiatrie gehört zur Allgemeinpsychiatrie und beschäftigt sich hauptsächlich mit Krisenintervention und psychiatrischen Notfällen.
  • Die Kinder- und Jugendpsychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Störungen und Erkrankungen bei Menschen bis zum 21. Lebensjahr.
  • Die Gerontopsychiatrie kümmert sich um Menschen mit psychischen Erkrankungen, deren Behandlung aufgrund ihres Alters angepasst werden muss bzw. um Menschen, deren psychische Erkrankungen aufgrund des Alterungsprozesses entstanden sind.
  • Die Forensische Psychiatrie beschäftigt sich mit der Begutachtung und Therapie von psychisch kranken Straftätern.
  • Die transkulturelle Psychiatrie beschäftigt sich mit psychischen Störungen, die durch kulturelle Gegebenheiten beeinflusst werden.
  • Forschungsorientierte Bereiche der Psychiatrie sind die Psychopathologie (Ursachen und Prozesse psychischer Krankheiten) und die biologische Psychiatrie (neuroanatomische, neurophysiologische, biochemische und genetische Faktoren von psychischen Krankheiten) sowie die Psychopharmakologie (Arzneimittel zur Behandlung psychischer Krankheiten).
Ergotherapeuten, die in der Psychiatrie arbeiten, sind häufig in psychiatrischen Fachkliniken angestellt oder in sozialpsychiatrischen Initiativen tätig.

Die ergotherapeutische Grundhaltung in der Psychiatrie

Ergotherapeuten verfolgen einen ganzheitlichen Behandlungsansatz, der psychiatrischen Patienten die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll. Da bei vielen Krankheitsbildern elementare psychische und soziale Funktionen gestört sind, ist der Therapieprozess meist nicht linear, sondern von Rückschlägen gekennzeichnet. Ergotherapeuten versuchen durch handlungsorientierte Methoden und die Schaffung verlässlicher Strukturen die psychischen Schwankungen zu minimieren und die Ausdauer und Belastbarkeit der Klienten zu erhöhen.

Ergotherapeuten, die im psychiatrischen Bereich arbeiten, brauchen fundiertes Wissen über die psychopathologischen Vorgänge, um ihren Klienten mit Offenheit und Verständnis begegnen zu können. Gleichzeitig müssen sie sich gut abgrenzen können, um nicht in wahnhafte oder neurotische Verstrickungen mit den Klienten zu geraten. Eine professionelle Distanz zum Klienten und dessen Verhalten ist wichtig, um die Therapie zielführend gestalten zu können.

Ergotherapeuten in der Psychiatrie sind selbst hohen psychischen Belastungen ausgesetzt, für die sie ein Bewusstsein entwickeln müssen.

Psychiatrische Krankheitsbilder

Typische Krankheitsbilder in der Psychiatrie:
  • Schizophrenie und wahnhafte Störungen
  • Affektive Störungen, wie zum Beispiel Depressionen
  • Neurotische Störungen, wie zum Beispiel Generalisierte Angststörungen
  • Belastungsstörungen, wie zum Beispiel Posttraumatische Belastungssyndrome
  • Psychosomatische Störungen, wie zum Beispiel Neurasthenie (chronische Erschöpfung und Ermüdung)
  • Verhaltensauffälligkeiten, wie zum Beispiel Tourette-Syndrom (kombinierte vokale und motorische Tics)
  • Persönlichkeitsstörungen, wie zum Beispiel Borderline
  • Entwicklungsstörungen, wie zum Beispiel atypischer Autismus
  • Organische Störungen, wie zum Beispiel Organisches Psychosyndrom (OPS)

Aufgaben der Ergotherapie in der Psychiatrie

Ergotherapie in der Psychiatrie kann in jeder Krankheitsphase zum Einsatz kommen. Je nach Stadium und Ausprägung der Störungen, hat die Ergotherapie unterschiedliche Aufgaben.
Typische Aufgaben der Ergotherapie in der Psychiatrie:
  • Feststellung der Therapieziele
  • Anregen zum sinnvollen und/oder kreativen Tätigsein
  • Vermittlung von Handlungskompetenz
  • Stabilisierung durch regelmäßige Angebote
  • Dokumentation des Therapieverlaufs
  • Zusammenarbeit mit Ärzten, Sozialarbeitern und sozialpsychiatrischen Initiativen und Angehörigen

Ziele der Ergotherapie in der Psychiatrie

Ergotherapeutische Ziele in akuten psychischen Krisen können sein:
  • Bindung von Angst
  • Konzentration aufs Handeln
  • Befähigung zum zielgerichteten Handeln
  • Ordnen des Denkens
  • Wahrnehmung von Grenzen (eigenen und fremden)
  • Gewinnung von Ruhe
  • Schaffung von Kontinuität
Ergotherapeutische Ziele in abklingenden Krisen können sein:
  • Förderung der Beziehungsfähigkeit
  • Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit eigenen Gefühlen und Wünschen
  • Gewinnung von Ich-Stärke
  • Erweiterung der Kritik- und Konfliktfähigkeit
  • Verbesserung der beruflichen und lebenspraktischen Fähigkeiten
Arbeitstherapeutische Ziele können sein:
  • Verbesserung der Konzentrations- und Aufmerksamkeitsleistung
  • Erhöhung der Belastbarkeit
  • Schaffung einer Tages- und Wochenstruktur

Inhalte der Ergotherapie in der Psychiatrie

Ergotherapie in der Psychiatrie kann sowohl als Einzelbehandlung als auch als Gruppenbehandlung stattfinden. Welche Behandlungsform gewählt wird, hängt von der Erkrankung und den therapeutischen Zielen ab.

In der stationären Ergotherapie steht die Stabilisierung in akuten und abklingenden psychischen Krisen im Vordergrund. In der teilstationären Ergotherapie geht es um die Verbesserung der sozialen Kompetenzen und der Schaffung einer für den Klienten bedeutsamen Tagesstruktur. In der ambulanten Ergotherapie steht die Stabilisierung der Alltagskompetenzen im Vordergrund.

Je nach Zielsetzung nutzen Ergotherapeuten in der Psychiatrie unterschiedliche Methoden und Medien. Dabei steht das Tätigsein im Vordergrund, weniger das Ergebnis. Künstlerische und kreative Techniken werden oft eingesetzt, um die Ausdrucksfähigkeit des Klienten zu fördern, Alltagsaktivitäten erhöhen die Alltagskompetenzen, Spiel und Sport sorgen für Ausgleich und fördern geistige Funktionen.
Typische Inhalte der Ergotherapie in der Psychiatrie:
  • Schaffung einer vertrauensvollen Beziehung durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen und wertschätzendem Umgang mit dem Klienten
  • Anregung zu kreativem Tun durch verschiedene künstlerische und handwerkliche Techniken
  • Betonung der Handlungsorientierung, in dem das gemeinsame Tun im Vordergrund steht
  • Gruppenangebote, wie zum Beispiel Tanzgruppen oder Holzwerkgruppen
  • Sozialtraining, zum Beispiel durch Spaziergänge in die Stadt, Aufenthalten in öffentlichen Räumen
  • ADL-Training, zum Beispiel Koch- und Küchentraining
  • Gartentherapie
  • Arbeitstherapie, zum Beispiel Holzwerkstatt

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An den Tannen 14
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