Orthopädie

Ergotherapie in der Orthopädie wird eingesetzt, um nach Unfällen, Verletzungen und degenerativen Erkrankungen die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag zurückzuerlangen und die Teilhabe der Klienten am gesellschaftlichen Leben zu erhöhen.

Was ist Orthopädie?

Die Orthopädie beschäftigt sich mit der physiologischen und pathologischen Funktionsweise von Gelenken, Muskeln und Knochen. Dabei stehen zum einen die unterschiedlichen Funktionssysteme des Menschen im Mittelpunkt (skelettales, muskuloskelettales und neuromuskuläres System, Haltungs- und Bewegungssystem, mentale und Sinnesfunktionen) und zum anderen deren Bedeutung für menschliche Aktivität. Orthopädische Krankheiten haben stets Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit des Menschen und schränken in der Regel das Maß der Selbstständigkeit und Teilhabe im Alltag ein.

In der Orthopädie spielt die Bewegungsanalyse eine zentrale Rolle. Aufgrund von Schädigungen in einem oder mehreren Funktionssystemen kommt es häufig zu Veränderungen in anderen Systemen.

Ergotherapeuten, die in der Orthopädie arbeiten, sind häufig in Akutkrankenhäusern oder Rehabilitationskliniken beschäftigt. Im Zuge der Umstrukturierung im Gesundheitswesen ist der Bedarf an ambulanter Ergotherapie jedoch gestiegen, sodass orthopädische Patienten immer häufiger auch von niedergelassenen Ergotherapeuten behandelt werden. Oft ist es sinnvoll, orthopädische Klienten im Hausbesuch zu behandeln, da so die Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL, Activities of Daily Living) in einer reellen Lebenswelt trainiert werden können.

Die ergotherapeutische Grundhaltung in der Orthopädie

Ergotherapeuten versuchen zum einen zu verhindern, dass Schädigungen die Handlungsfähigkeit des Klienten im Alltag einschränken und zum anderen, dass Folgeschäden entstehen. Die ergotherapeutische Behandlung in der Orthopädie verfolgt darum auch präventive Ziele. Oft sind alte Menschen von orthopädischen Krankheiten betroffen, sodass in einem ganzheitlichen Behandlungskonzept für diese Klienten Prinzipien der geriatrischen Behandlung eine Rolle spielen. Ergotherapeuten, die im orthopädischen Bereich arbeiten, brauchen fundiertes Wissen über physiologische Bewegungsabläufe, Funktionssysteme und orthopädische Krankheitsbilder. Darüber hinaus sind sie in der Lage, komplexe Bewegungsabläufe einzelner Aktivitäten zu analysieren und gezielt zu beeinflussen. Sie haben es oft mit massiv eingeschränkten oder schwerbehinderten Menschen zu tun, für deren Behandlung ein hohes Maß an Methodenkenntnis, sozialer Kompetenz und Einfühlungsvermögen erforderlich ist.

Orthopädische Krankheitsbilder

Orthopädische Krankheitsbilder lassen sich folgendermaßen einteilen:
  • Traumata, wie zum Beispiel Frakturen (Knochenbrüche), Rupturen von Sehnen und Bändern, Querschnittlähmungen und Verbrennungen
  • Degenerative Erkrankungen, wie zum Beispiel Arthrose
  • Überlastungssyndrome, wie zum Beispiel chronische Schmerzen
  • Rheumatische Erkrankungen, wie zum Beispiel Arthritis und Fibromyalgien
  • Fehlbildungen, wie zum Beispiel Dysmelien und Amelien
  • Amputationen, zum Beispiel nach Gefäßerkrankungen
  • Tumoren der Funktionssysteme, zum Beispiel Knochentumore
  • Komplikationen, wie zum Beispiel Kontrakturen

Aufgaben der Ergotherapie in der Orthopädie

Je nach Krankheitsbild und Grad der Einschränkungen setzt die Ergotherapeutin – nach Möglichkeit zusammen mit dem Klienten – überprüfbare und konkrete Ziele. Daraus ergeben sich dann die ergotherapeutischen Aufgaben.
Zu den Aufgaben der Ergotherapie in der Orthopädie gehören:
  • Feststellung der Therapieziele
  • Bewegungs- und Handlungsanalyse
  • Planung und Strukturierung der Therapieinhalte
  • Durchführung der Therapie
  • Hilfsmittelversorgung
  • Schienenanpassung
  • Dokumentation des Therapieverlaufs
  • Zusammenarbeit mit Orthopäden, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Berufsbildungszentren

Ziele der Ergotherapie in der Orthopädie

Die Wiedererlangung und Erhaltung der Handlungsfähigkeit im Alltag ist das übergeordnete Ziel der Ergotherapie in der Orthopädie.

Je nach Diagnose (nach Indikationen verschlüsselt durch die Heilmittelrichtlinien), werden vom Arzt die konkreten Ziele festgelegt, die in der Ergotherapie erreicht werden sollen. Er kann aber auch eine ausführliche ergotherapeutische Diagnostik anfordern. In diesem Fall stellt die Ergotherapeutin den Ist-Zustand systematisch mithilfe von verschiedenen Assessments (Testverfahren) fest. Welche Ziele die Therapie verfolgen soll, ergibt sich entweder aus der ergotherapeutischen oder der ärztlichen Diagnosestellung zuzüglich den persönlichen Zielen des Klienten.

Die Ziele sollten so gewählt werden, dass sie überprüfbar sind und der Zeitraum, während dem sie erreicht sein sollten, sollte definiert werden. Nur so kann man den Therapieerfolg überprüfen und feststellen, ob die Ziele ggf. zu hoch gesteckt waren. Prinzipiell ist es günstig, sich eher kleine Ziele vorzunehmen, weil sie schneller zum Erfolg führen und die Motivation zur Mithilfe steigern können.

Ziele der Ergotherapie in der Orthopädie können zum Beispiel sein:

Ziele der Ergotherapie in der Orthopädie können zum Beispiel sein:
  • Verbesserung der Handlungsfähigkeit im Alltag
  • Erhöhung der Beweglichkeit
  • Verbesserung der Kraft
  • Tonusnormalisierung
  • Schmerzreduktion
  • Verbesserung der Wundheilung
  • Berufliche Wiedereingliederung

Inhalte der Ergotherapie in der Orthopädie

Der ergotherapeutische Befund bildet die Grundlage für alle weiteren Maßnahmen. Deshalb nimmt die ergotherapeutische Bewegungs-, Handlungs- und Schmerzanalyse einen hohen Stellenwert ein. Ist das Ausmaß der Beeinträchtigung erfasst, können die relevanten Ziele definiert werden.

Ergotherapeuten versuchen, durch gezielt eingesetzte Aktivitäten, die für den Klienten bedeutsam sind, seine Selbstständigkeit zu erhöhen. Dazu nutzen sie unterschiedliche Medien und Methoden. Jede kreative und künstlerische Betätigung, jede Alltagsaktivität, jedes Sportgerät und jedes Spiel kann dabei zum Einsatz kommen.

Bei orthopädischen Patienten nutzen Ergotherapeuten oft Verfahren, die sich physiotherapeutischen Verfahren oder Verfahren aus der physikalischen Therapie ähneln beziehungsweise mit ihnen übereinstimmen, wie zum Beispiel Kälte- oder Wärmebehandlungen, repetetive Übungsprogramme etc. Der Behandlungsansatz ist jedoch eher der Top-down-Ansatz, bei dem die Teilhabe des Klienten im Zentrum der Therapie steht. Alle Verfahrensweisen der motorisch-funktionellen Ergotherapie sind darauf ausgerichtet, unter Berücksichtigung von physiologischen Bewegungsmustern die Teilhabe des Klienten am täglichen Leben zu erhöhen.

Die Handtherapie ist ein wichtiger Teilbereich der Ergotherapie in der Orthopädie. Darauf spezialisierte Ergotherapeuten fertigen funktionelle Schienen an und trainieren Handfunktionen im Kontext der Ausübung von für den Klienten sinnvollen Tätigkeiten.

Ergotherapeuten in der Orthopädie kümmern sich außerdem darum, dass die Klienten die nötigen Hilfsmittel erhalten. Teilweise stellen sie diese auch selbst her, wenn es ein entsprechendes Hilfsmittel noch nicht zu kaufen gibt.

Inhalte der Ergotherapie in der Orthopädie

  • Hilfsmittelberatung, -anpassung, -herstellung und -training
  • Prothesentraining
  • Rollstuhlanpassung und -training
  • Schienenanpassung und-training
  • ADL-Training
  • Funktionstraining
  • Koordinationstraining
  • Training der Feinmotorik, zum Beispiel durch handwerkliche Techniken
  • Belastungstraining
  • Wohnraumanpassung
  • Arbeitstherapie und Arbeitsplatzberatung

Anschrift

Ergo Kamel
An den Tannen 14
24321 Hohwacht

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